Kreta zeigt sich nicht auf einmal.
Es verändert sich mit dem Licht, mit der Jahreszeit, mit dem Blick.
Manches tritt hervor, anderes bleibt im Hintergrund.
Nicht weil es neu ist – sondern weil man beginnt, es anders zu sehen.
Blau ist dabei kein Motiv. Es ist eine Perspektive.
Myría Kyaní – Kreta im Blau erzählt von Landschaft, Geschichte, Kunst und Alltag im Süden Kretas. Ausgangspunkt sind konkrete Orte und Menschen – Pitsidia und die Messara-Ebene, die Küste, Dörfer, historische Spuren und Begegnungen.
Von dort öffnet sich der Blick.
Das Mittelmeer war nie nur Hintergrund. Es verband Kulturen, prägte Seefahrt und Denken – und ist heute zugleich Wirtschaftsraum, Grenze, Sehnsuchtsort und Spannungsfeld.
So führt der Blick von der Landschaft in die Geschichte und bis in die Gegenwart. Blau verbindet dabei Himmel und Meer, Nähe und Ferne, Wahrnehmung und Denken.
„Myría Kyaní“ bedeutet: das vielfache Blau.
Blau ist der Faden. Kreta ist der Stoff.
Blau ist auf Kreta allgegenwärtig – und doch nie dasselbe.
Es ist Meer und Himmel, Licht und Ferne. Es begegnet uns in Häusern und Booten, in Bildern und Geschichten. Und manchmal dort, wo wir es zunächst gar nicht erwarten.
Warum also Blau? Nicht als Symbol für Kreta, sondern als Ausgangspunkt für einen anderen Blick auf die Insel.
→ Warum Blau – die Idee hinter dem Projekt
Blau ist hier kein Motiv, sondern eine Perspektive.
Der Blick beginnt beim Sichtbaren: beim Meer, beim Himmel, beim Licht und bei den Farben des Alltags. Von dort führt er weiter – in Geschichte und Mythos, in Kunst und kulturelle Bilder, in die Bewegungen des Mittelmeers und bis in die Gegenwart.
So wird aus einer Farbe ein Zugang zu unterschiedlichen Wirklichkeiten Kretas.
→ Blau als Perspektive auf Kreta
Dörfer, Küsten und Landschaften im Süden Kretas.
Manche Orte tragen ihre Geschichte sichtbar vor sich her, bei anderen liegt sie unter dem Alltag. Die Texte folgen beiden Spuren – und den Veränderungen, die Menschen, Zeit und Erinnerung hinterlassen.
Manche sind hier geboren. Manche sind geblieben. Manche kehren immer wieder zurück.
Ihre Geschichten erzählen von unterschiedlichen Beziehungen zu Kreta – vom Leben und Arbeiten, vom Ankommen und Weggehen, von Kunst, Alltag und Erinnerung.
Kreta trägt seine Geschichte in vielen Schichten.
Minoische Paläste und Häfen, antike Städte, römische Spuren und byzantinische Kirchen erzählen von einer Insel, die seit Jahrtausenden mit dem Mittelmeer verbunden ist.
Farbe, Bilder und Architektur machen manches davon bis heute sichtbar.
AKTUELL: ART KAMILARI
Kunst im Süden Kretas entsteht an vielen Orten und in unterschiedlichen Formen.
Malerei und Musik, Ateliers und Ausstellungen, Arbeiten und Begegnungen erzählen von Menschen, die hier gestalten – für eine Saison, für Jahre oder nur für einen Moment.
Die Sammlung wächst mit den Menschen und Arbeiten, denen Myría Kyaní begegnet.
Blau erscheint in unterschiedlichen Zeiten und Sprachen.
Als Meer und Himmel, als Ferne und Sehnsucht, als Erinnerung und Gedanke. Dichter, Schriftsteller und Philosophen haben in der Farbe sehr Verschiedenes gesehen.
Stimmen zum Blau versammelt einige dieser Blicke – nicht als Erklärung, sondern als Resonanz auf das eigene Sehen.
Nicht alles braucht eine große Geschichte.
Manchmal genügt ein Schild, ein Gespräch, ein Gegenstand am Straßenrand oder eine kleine Veränderung im Dorf.
Das Blaue Notizbuch sammelt solche Beobachtungen und Fundstücke aus dem Alltag Kretas.
Neu bei Menschen im Blau: Johannes Ebner
„Du gehst einfach durch den Hof hinunter, dort steht eine große Palme, daneben ist die Terrasse, der Schlüssel steckt, das Zimmer heißt Marita.“ So begann mit einem Telefonat vom anderen Ende der Insel eine Freundschaft von vielen Jahren. Das war in Pitsídia, im Süden der Messará. - Johannes Ebner
Das Blau Griechenlands ist älter als die Flagge.
Eine Spurensuche zwischen minoischen Fresken, kretischer Eigenständigkeit, Seefahrt und den Geschichten, die sich bis heute um die Farbe des Südens ranken.
→ Das Blau, das älter ist als die Flagge
Weiter im Blau
Auch in der Landschaft hat Kreta sein eigenes Blau.
Mit den ersten Regenfällen kehrt das Grün zurück. Vom Winter bis ins Frühjahr erscheinen zwischen Felsen, Olivenhainen und an den Küsten blaue und violette Blüten – manche unscheinbar, andere kaum zu übersehen.
Eine botanische Spurensuche durch den Süden Kretas.
Kreta im Winter ist nicht die sommerliche Insel ohne Sonne. Es ist eine andere Landschaft.
Stürme bewegen das Meer, Regen füllt die Schluchten, Schnee zeichnet die Höhenzüge. Die Insel wird grüner, klarer und ruhiger.
Wer bleibt, sieht anders.
“In Greece one has the desire to bathe in the sky… to take a running leap and vault into the blue.” — Henry Miller, The Colossus of Maroussi (1941)
Seit 1975 begleitet mich Kreta –
zuerst als Reise, später als Lebensort.
Myría Kyaní ist aus diesem langen Blick auf die Insel entstanden.
"Es gibt ein Blau auf Kreta, das in keinem Reiseführer steht.
Ein Blau, das nur in bestimmten Momenten erscheint:
wenn der Himmel weit wird,
wenn das Meer still bleibt und doch Tiefe zeigt,
wenn man auf einem Felsen sitzt
und merkt, dass man angekommen ist."
Notiz aus meinem Reisetagebuch, Sommer 1979
Wer im Süden bleiben möchte:
→ Unterkünfte in Pitsidia und Umgebung auf pitsidia.reisen